Ich hab mir gedacht da aktuell das Interesse an recht hoch ist, hier mal ein paar Grundlagen zu klären.
Was für Anlagen gibts und was sind die Unterschiede?
1. reine Einspeisung ohne Eigenverbrauch:
sind in der Regel kommerzielle Anlagen, die PV-Module sind an Inverter angeschlossen, die direkt ins Netz einspeisen, keine Batteriespeicher
2. reine Einspeisung mit Eigenverbrauch:
Ist in der Regel primär um den Eigenverbrauch zu reduzieren, einphasig und ohne optionalen Batteriespeicher kommt man in der Regel auf maximal 30% Einsparung.
Mit Batteriespeicher sind höhere Einsparungen möglich, die Batterien aber oft recht teuer.
Die Einspeisevergütung ist aktuell aber so niedrig das es sich kaum wirtschaftlich lohnt den Strom einzuspreisen, es gibt auch Inverter mit Nulleinspeisungs-funktion
3. Inselanlagen:
Keine Einspeisung, vollständig unabhängig vom Stromnetz, Batterien bei modernen Invertern nicht zwangläufig notwendig, aber wenn man Geräte auch nachts betreiben möchte sinnvoll.

Die sichtbarsten Komponenten einer PV-Anlage sind als die PV-Module. Dabei gibts auch wieder verschiedene Sorten:
1. Polykristalline Module:
in der Regel relativ günstig, haben aber nur einen Wirkungsgrad von ca. 15-20%

2. Monokristalline Module:
etwas teurer als Polykristalline Module, aber auch besserer Wirkungsgrad (ca. 20-25%).

3. Dünnschichtmodule:
sehr günstig, aber auch der schlechteste Wirkungsgrad. Aufgrund der Aufbringung auf Glasplatten gerne als Gebäudeverkleidung verwendet.

Aktuell werden am meisten Monokristalline Zellen verbaut, die Preis-Leistung ist da aktuell am besten (wenn man nicht Polykristalline Zellen als Schnäppchen bekommt).

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Die wichtigste Komponente ist in einer PV-Anlage der Inverter.
Seine Aufgabe ist es den Gleichstrom der PV-Module in Wechselstrom umzuwandeln (im Hausgebrauch 230V bzw. 400V).
Es gibt bei der Planung viele Parameter zu beachten:
1. maximale PV-Spannung:
wie viel Spannung liefern meine Module maximal? In der Regel in Stufen: 150V, 450V, 1000V
2. maximale PV-Leistung:
wie viele Module kann ich an den Inverter anschließen? Die Leistung muss bei Einspeiseanlagen auf 70% der Maximalen PV-Leistung gedrosselt werden
3. Tracking-Technologie:
bei welcher Spannung kann die maximale Leistung rausgeholt werden? MPPT ist in der Regel effizienter (rund 95-99%) als PWM (rund 80% bei richtiger Planung)
4. wie viele Tracker:
Bei verschiedenen Dach-Seiten (z. B. Ost-West) sollte man jeder Dachseite einen eigenen Tracker nutzen
5. Einspeisung oder Inselanlage:
Einspeiseinverter schalten sich aus sobald das Stromnetz ausfällt, Inselanlagen speisen aber nicht ein (keine Vergütung)
6. Hybrid-Wechselrichter:
Können aus PV-Strom auch eine Batterie laden bzw. aus Batteriestrom Wechselstrom erzeugen
7. Maximale Inverter-Leistung:
wie viel kann eingespeist werden bzw. bei Inselanlagen: wie groß sind mein Worst-Case Verbräuche?

Der Batteriespeicher ist bei Einspeiseanlagen optional, bei Inselanlagen sehr sinnvoll.
Die wichtigsten Merkmale sind:

Batteriespannung:
kann der Inverter mit der Spannung arbeiten?

Kapazität:
wie groß muss der Speicher für meine Anwendung sein?

Zellchemie:

Blei-Säure Batterien können beim Ladevorgang Wasserstoff erzeugen, bei mangelnder Belüftung Explosionsgefahr
Lade- bzw. Entladestrom nur ca. 30% der Kapazität, ca. 600 Ladezyklen Lebensdauer. Dafür sehr günstig.

Lithium-Ionen Batterien unterscheiden sich sehr stark:

NCM (die bekanntesten Lithium-Ionen Zellen) sind sicher bis sie bei Belastungsgrenzen sich selbst entzünden, also Kurzschluss, Überhitzung, physikalische Verformung, Alterung. Bei Brand nicht ohne große Aufwände zu löschen.
Lade- bzw. Entladestrom: 100% der Kapazität, 800-1200 Ladezyklen. Kosten ca. das dreifache von Blei-Akkus

LFP -Zellen (aka LiFePo4) sind wesentlich sicherer und werden bei Misshandlung nur unbrauchbar, keine Explosionen.
100% Lade- und Entladestrom.
Lebensdauer ca. 3000-6000 Zyklen
Aktuell günstiger als NCM-Zellen.
Bessere Tempeaturresistenz als NCM.

LTO-Zellen sind auch so sicher wie LFP-Zellen, dafür 30 000% der Kapazität als Lade- Entladestrom, ca. 30 000 Ladezyklen. Wesentlich teurer (ca. 5 mal) als NCM und LFP.

Salzwasser-Zellen:
Sehr sicher, benötigen kein Lithium, aktuell noch kaum verbreitet. Sehr groß und schwer. Nach meiner Erfahrung kaum bis keine Verfügbarkeit, hab daher auch keine Preisinformationen.

Natrium-Zellen:
Vorteile der Salzwasser-Zellen, keine Nachteile, aktuell noch nicht im Massenmarkt erhältlich.

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